Wieso weint man?

Waum weinen wir?

Ob es Tränen aus Rührung sind, aus Mitgefühl (auch mit sich selbst), vor Schmerzen oder aus Wut: Das Weinen ist meistens mehr als nur ein Zeichen von Traurigkeit.
Nicht selten sind es auch mechanische Ursachen, die die Tränen fließen lassen. Der Sinn dahinter ist klar: Durch das Tränenwasser soll der Fremdkörper möglichst schnell aus dem Auge gespült werden.
Tränen, die aus emotionalen Gründen fließen, sind schwieriger zu erklären. Wissenschaftlich geklärt ist der biologische Sinn des Weinens noch immer nicht. Man vermutet aber, dass die Tränen dem Abbau von Stress dienen sollen und auch entsprechende chemische Stoffe mit der Tränenflüssigkeit ausgeschieden werden. Tatsächlich fand man in der Tränenflüssigkeit von Versuchspersonen, die aus Rührung weinten, Hormone wie Adrenocorticotropin und Prolaktin. Das sind Stoffe, die auch bei Stress vermehrt ausgeschüttet werden. Das geschieht jedoch in einer ziemlich geringen Menge, so dass andere Wissenschaftler davon überzeugt sind, dass das Weinen lediglich eine soziale Funktion erfüllt. Dass Frauen öfter weinen als Männer, ist übrigens den Geschlechterrollen zuzuschreiben. Die Hormone spielen dabei keine Rolle.
Der Sinn des Weinens könnte evolutionsbiologisch gesehen auch darin bestehen, Mitgefühl zu erwecken und Menschen dadurch an sich zu ziehen. Tränen signalisieren jedenfalls eine gewisse Hilfebedürftigkeit und Verletzlichkeit. Hierdurch erhöhen sich die Chancen, von den Mitmenschen unterstützt zu werden und Sympathie von ihnen zu erlangen. Vor allem Männer sollen besonders empfänglich für Tränen sein, die von Frauen und Kindern vergossen werden. So können Tränen auch für die Beeinsigung eines Streits sorgen und als Zeichen von Schwäche ein Deeskalationsmittel darstellen. Auch Tränen, die aus Rührung oder Mitgefühl fließen, sichern uns die Sympathie und Zuwendung der Mitmenschen, weil sie ihnen Empathiefähigkeit signalisieren und die Hoffnung wecken, dass wir auch mit ihnen Mitgefühl haben könnten, sollten sie sich in einer misslichen Lage befinden.
Tränen dienen also in erste Linie der Sicherung sozialer Unterstützung.

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