Wildunfall

Die Schon- und Jagdzeiten in den deutschen Jagdrevieren sind je nach Bundesland und Wildart unterschiedlich. Die Hauptsaison liegt in den Monaten vom Frühherbst bis zum Frühling. Weil dies gleichzeitig die dunkle, kalte Jahreszeit ist, sind alle Teilnehmer am Straßenverkehr vor besondere Anforderungen gestellt. Die reichen von der geeigneten Fahrtüchtigkeit über die Winterbereifung bis zur aufmerksamen und umsichtigen Fahrweise.
Quert ein Tier die Fahrbahn, folgen in der Regel weitere nach. Man drosselt die Geschwindigkeit, setzt Abblendlicht und Hupe ein. Fahrten über Land und durch Waldgebiete bergen dennoch jetzt besonders die Gefahr einer Kollision mit aufgehetztem und unruhigem Wild, das bei geschlossener Schneedecke zudem auf erweiterter Nahrungssuche ist. Risikoreich sind zudem die Brunftzeiten der Wildtiere sowie die täglichen Morgen- und Abendstunden.

Wildunfälle können fast überall und das ganze Jahr über stattfinden. Die markierten Wildwechselstellen sind lediglich Konfliktpunkte. Wildschutzzäune und Reflektoren sind Präventionsmaßnahmen.
Quert das Wild bei Nebel, Dunkelheit, Regen, Schnee und Frost einfach die Fahrbahn, kann jeder noch so aufmerksame Autofahrer einen Wildunfall erleben. Es kommt zur Kollision mit dem Wildtier, beispielsweise mit Schwarz- und Rehwild, Rot- und Damwild, Hasen oder Füchsen, oder das Ausweichmanöver führt zu Schäden am Fahrzeug oder sogar zu Personenschäden.
Wenn der ADAC schätzt, dass circa 250 000 Wildunfällen jährlich Hunderttausende Rehe, Hirsche und Wildschweine zum Opfer fallen, fast 3 000 Menschen verletzt und sogar 30 getötete wurden, kann zusätzlich von einer erheblichen Dunkelziffer ausgegangen werden.
Die deutschen Autoversicherer erfassten in den zurückliegenden Jahren erheblich mehr als eine halbe Million Wildunfälle.

Das Verhalten im Schadenfall

Auch bei vermeidlich geringfügigen Zusammenstößen wird zunächst die Polizei eingeschaltet. Sie setzt den zuständigen Jagdaufseher, Wildhüter oder Pächter in Kenntnis. Diese sind zur Jagdausübung berechtigt und werden verletzte Tiere suchen oder getötete Tiere bergen. Weil lediglich die Wildhüter oder Pächter zur Jagd berechtigt sind, gehört verunfalltes Wild ihnen. Wer das tote Tier einfach mitnimmt, macht sich der Wilderei schuldig. Der Kadaver kann außerdem mit Tollwut infiziert sein.

Entweder die Polizei oder der sogenannte Jagdausübungsberechtigte stellt die erforderliche Bescheinigung über den Wildunfall aus. Diese ist für die spätere Schadenregulierung durch den Versicherer unverzichtbar. Neben der Wildbescheinigung und dem Unfallaufnahmeprotokoll sollten Blut- und Haarspuren am Fahrzeug fotografiert werden, um weitere Beweismittel zu generieren.
Der Definition nach kann im juristischen Sinn ein „Wildschaden“ lediglich in der Forst-, Land- und Fischereiwirtschaft entstehen. Somit sind Wildtierkollisionen an Fahrzeugen „Wildunfälle“.
Diese Unfallschäden sind bei Haarwild, Wildschwein, Reh, Hase oder Fuchs, über die Teilkasko versichert. Federwild ist hier nicht versichert.
Schäden am Fahrzeug durch Ausweichmanöver sind nur dann in den Versicherungsschutz inbegriffen, wenn damit besonders schwere Schäden verhindert wurden. Dabei ist es nicht relevant, dass eventuell Reflexe oder Schreckreaktionen zum Ausweichen und zum nachfolgenden Schaden führten.

Diese Regel ist keinesfalls als „Draufhalten“ zu verstehen. Unkontrollierte Ausweichmanöver können schlimme Unfälle mit entgegenkommenden oder nachfolgenden Verkehrsteilnehmern nach sich ziehen, die erheblich schwerwiegender als die Kollision mit dem Wildtier sind.

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