Auswandern auf die Kanaren klingt nach ewigem Frühling, Sonne im Januar und einem Leben, in dem der deutsche Winter nur noch eine Erinnerung ist. Doch zwischen dem Traum vom Neustart unter Palmen und dem ersten Termin bei der Extranjería liegt eine Menge konkreter Fragen: Welche der sieben Inseln passt zu dir? Wie funktioniert das Klima wirklich – und was ist diese Calima, von der alle reden? Welche Behördenschritte stehen am Anfang? Dieser Ratgeber nimmt dich an die Hand, ehrlich und ohne rosarote Brille.
Auf 97 Seiten bekommst du einen klaren Überblick über den Archipel, das subtropische Klima mit seinen Mikroklimata, die ersten Schritte rund um NIE und Residencia sowie einen realistischen Fahrplan für deinen Umzug. Du erfährst, was die Kanaren so anziehend macht, aber auch, wo Stolpersteine liegen. So kannst du selbst einschätzen, ob und wie dein Neustart unter der Sonne gelingen kann – fundiert vorbereitet statt blauäugig.
Warum die Kanaren so viele Auswanderer anziehen
Die Kanarischen Inseln liegen vor der Westküste Afrikas, gehören aber politisch zu Spanien und damit zur EU. Genau diese Kombination macht sie für deutschsprachige Auswanderer so attraktiv: subtropisches Klima das ganze Jahr über, kurze Flugverbindungen nach Mitteleuropa, eine vertraute europäische Infrastruktur und eine über Jahrzehnte gewachsene Community aus Deutschen, Österreichern und Schweizern. Wer dem grauen Winter entfliehen will, findet hier im Januar Temperaturen, bei denen anderswo der Sommer beginnt.
Dazu kommt das Lebensgefühl: das langsamere Tempo, die Nähe zum Meer, Wandern in Vulkanlandschaften und mediterran-atlantische Küche. Doch der Ratgeber bleibt ehrlich – die Kanaren sind kein dauerhafter Urlaub. Wer hierherzieht, lebt mit Inselrealität: Bürokratie auf Spanisch, schwankende Mieten in beliebten Lagen und ein Arbeitsmarkt, der nicht für jeden gleich offensteht. Du lernst, die Anziehungskraft realistisch einzuordnen, statt einer reinen Postkartenidee hinterherzulaufen.
Die sieben Inseln im Überblick
Der Archipel besteht aus sieben bewohnten Hauptinseln, und jede hat einen eigenen Charakter. Teneriffa ist die größte und vielfältigste mit dem Teide als höchstem Berg Spaniens und einem starken Nord-Süd-Gegensatz. Gran Canaria gilt als „Kontinent im Kleinen“ mit Großstadtflair in Las Palmas. Fuerteventura und Lanzarote im Osten sind trockener, windiger und von Vulkanlandschaften geprägt. La Palma, La Gomera und El Hierro im Westen sind grüner, ruhiger und ursprünglicher.
Dieser Ratgeber hilft dir, die Inseln nach deinen Prioritäten zu vergleichen: Suchst du Infrastruktur und Jobs, Ruhe und Natur, Surf- und Windsport oder bezahlbare Mieten abseits der Touristenhochburgen? Jede Insel hat eigene Vor- und Nachteile bei Anbindung, Gesundheitsversorgung, Internet und Gemeinschaft. Statt dir eine „beste Insel“ zu verkaufen, bekommst du Kriterien an die Hand, mit denen du selbst entscheidest, welche der sieben am besten zu deinem Leben passt.
Klima richtig einschätzen – samt Calima
Das kanarische Klima ist subtropisch und mild, aber es ist kein einheitliches Inselwetter. Auf den höheren Inseln sorgen die Passatwinde für ausgeprägte Mikroklimata: Der Norden ist oft grüner, wolkiger und feuchter, während der Süden trockener und sonniger ausfällt. Wer in den Bergen lebt, erlebt deutlich kühlere Nächte als an der Küste. Diese Unterschiede beeinflussen Wohnkomfort, Heizkosten im Winter und sogar, welche Region sich für dich gesundheitlich anfühlt.
Ein besonderes Phänomen ist die Calima – eine Wetterlage, bei der heiße, staubhaltige Luft aus der Sahara herübergeweht wird. Dann steigen die Temperaturen, die Sicht wird diesig und feiner Staub legt sich über alles; für Allergiker oder Menschen mit Atemwegsproblemen kann das belastend sein. Der Ratgeber erklärt, wie du Klimadaten liest, was Calima-Phasen praktisch bedeuten und wie du Nord- oder Südlage realistisch für dich bewertest – ohne Versprechen auf „immer Sonne“.
Erste Behördenschritte und dein Fahrplan
Am Anfang stehen die Formalitäten. Als EU-Bürger brauchst du in der Regel eine NIE (Número de Identidad de Extranjero) als Steuer- und Identifikationsnummer sowie bei längerem Aufenthalt die Eintragung als Resident (Residencia) und die Anmeldung im Einwohnerregister deiner Gemeinde (empadronamiento beim Ayuntamiento). Dazu kommen Themen wie Krankenversicherung, Bankkonto und – je nach Situation – Steuerfragen. Auf den Kanaren gilt zudem die IGIC statt der spanischen IVA, eine niedrigere regionale Verbrauchssteuer.
Diese Informationen dienen deiner Orientierung und Bildung, sie ersetzen keine Rechts-, Steuer- oder Migrationsberatung. Regeln, Zuständigkeiten und Sätze (etwa beim IGIC) können sich ändern, und der konkrete Ablauf unterscheidet sich von Insel zu Insel. Verbindliche Auskünfte holst du dir bei den offiziellen Stellen wie Extranjería, Ayuntamiento und Agencia Tributaria Canaria oder bei einer gestoría bzw. einem Steuerberater. Der Ratgeber gibt dir einen realistischen Fahrplan – von der Vorbereitung in Deutschland bis zu den ersten Wochen vor Ort.








